Einzeltitel

 

Balzac_Goriot

Honoré de Balzac
Vater Goriot

Aus dem Französischen von Franz Hessel

336 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag
Mit 1 Abbildung
Euro 34,00 [D]
ISBN 978-3-947618-46-0

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Liebe, Geiz und Geldgier als Triebfeder der Gesellschaft

 


Kurzdarstellung

Balzacs Roman »Vater Goriot« (»Le Père Goriot«, 1834 und 1835 veröffentlicht) thematisiert an einem nahezu alle Sozialschichten umfassenden Personenensemble sowohl den gesellschaftlichen Aufstieg als auch dessen Niederungen und Abgründe im Kontext der Restauration des beginnenden 19. Jahrhunderts. Balzac gewährt am Beispiel des alternden Nudelfabrikanten Goriot, der nur für seine Töchter lebt, im Gegenzug ausgenutzt wird und schließlich »wie ein Hund« stirbt, einen Blick auf die ideelle Ausrichtung der Gesellschaft, ihre Fixierung auf Ruhm, Macht und den aufkommenden Kapitalismus mit seinem immer stärkeren Eindringen des Geldes in alle Lebensbereiche. Die oft schonungslose Darstellung der Gesellschaft mündet schließlich in eine Kritik. Soziale Mobilität ist nach Balzacs Analyse möglich, so wie ein Goriot durch geschickte Getreidespekulation die soziale Leiter zunächst nach oben steigt, sich in einer auf Korruption und Dekor basierenden Gesellschaft aber nicht zurechtfindet und durch seine monomane Vaterliebe nicht überleben kann. Die Darstellung der Geldfixiertheit und der Unersättlichkeit als Triebfeder der Gesellschaft der postnapoleonischen Ära mündet nicht nur in eine Desillusionierung des Lesers, sondern auch in eine Kritik zeitgenössischen sozialen Handelns, das jeglicher traditioneller bzw. ethischer Grundwerte entbehrt [Wikipedia].

Der Text des vorliegenden Neusatzes folgt der Ausgabe Leipzig 1924.

Zum Autor

Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Schriftsteller. In den Literaturgeschichten wird er, obwohl er eigentlich zur Generation der Romantiker zählt, mit dem 17 Jahre älteren Stendhal und dem 22 Jahre jüngeren Flaubert als Dreigestirn der großen Realisten gesehen. Geboren als Sohn eines Rechtsanwalts, verbrachte er eine freudlose Kindheit; die ersten vier Jahre unter der Obhut einer Amme, vom 7. bis 14. Jahr in einer strengen Klosterschule. Bis 1816 lebte er in einem Internat in Paris. Danach studierte er Jura an der Sorbonne und arbeitete nebenbei als Gehilfe in einem Anwaltsbüro. Nach Abschluß der ersten juristischen Prüfung weigerte er sich, Notar zu werden. Unter verschiedenen Pseudonymen verfaßte er von 1822 bis 1825 über 20 Kolportageromane, von denen er kärglich lebte. Mit 23 lernte er die 45jährige Mme. de Berry kennen, die für lange Zeit seine mütterliche Geliebte wurde. Gewagte Spekulationen als Verleger und Drucker führten ihn 1827 zum Bankrott mit riesigen Schulden, die ihn lebenslang belasteten. Nach dem ersten literarischen Erfolg 1829 wurde er zum beliebten und berühmten Autor. Mit seiner relativ ungeschminkten Darstellung der gesellschaftlichen Realität prägte Balzac Generationen nicht nur französischer Autoren und bereitete den Naturalismus vor. Sein Prinzip der Verbindung einer ganzen Serie von Romanen durch ein System wiederkehrender Figuren wurde von Émile Zola in dessen Zyklus der Rougon-Macquart aufgegriffen.

Der Übersetzer

Franz Hessel (1880-1941) , Schriftsteller, Übersetzer und Lektor. Neben seinen eigenen Arbeiten leistete er hervorragende Übersetzungen von französischen Klassikern. Hessels Werk ist durch die Verfemung als jüdischer Autor durch die Nationalsozialisten weitgehend in Vergessenheit geraten. Erst seit den 1980er Jahren wurde er wieder vermehrt beachtet. Hessel zog nach dem Tod seines wohlhabenden Vaters als Achtjähriger mit Mutter und Bruder von Stettin nach Berlin. 1899 ging er zum Jurastudium nach München, machte aber nie einen Universitätsabschluss. Über Karl Wolfskehl erhielt er Anschluss an den Kreis um Stefan George und lernte Fanny Gräfin zu Reventlow kennen. Mit der »Königin von Schwabing« und ihrem Gefährten, Baron Bohdan von Suchocki, lebte er von 1903 bis 1906 in der Kaulbachstraße. Diese Zeit ist Grundlage des Romans »Kramladen des Glücks«. Von 1906 bis kurz vor dem Ersten Weltkrieg lebte Hessel in Paris, wo er in den Künstlerkreisen von Montparnasse verkehrte. Aus dieser Zeit stammt seine Bekanntschaft mit der jungen Malerin Helen Grund, die er 1913 heiratete. Nach dem Krieg ließ sich die Familie in München nieder. Im Jahr 1920, als seine Ehe bereits zerrüttet war, veröffentlichte er den Roman »Pariser Romanze«, in dem er seine Zeit in Paris verarbeitete. In den zwanziger Jahren arbeitete er als Lektor im Rowohlt Verlag. Er übersetzte Werke von Giacomo Casanova, Stendhal und Honoré de Balzac. Bekannt wurde er vor allem als Lyriker, Romancier und Prosaiker. Hessel blieb trotz Berufsverbots bis 1938 im nationalsozialistischen Deutschland weiterhin als Lektor im Rowohlt Verlag tätig. Das Schreiben musste er einstellen. Schließlich emigrierte widerstrebend kurz vor dem Novemberpogrom 1938 nach Paris. Den Vormarsch der deutschen Besatzer fürchtend, übersiedelten Hessel und seine Familie nach Sanary-sur-Mer. Schon bald darauf wurde er im Lager Les Milles bei Aix-en-Provence interniert. Während des zweimonatigen Aufenthalts im Lager erlitt er einen Schlaganfall und starb 1941 kurz nach seiner Entlassung an den Folgen der Lagerhaft . [Wikipedia]

 

 


 

 

 

 

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