Einzeltitel

 

Erasmus Lob der Torheit

Erasmus von Rotterdam
Lob der Torheit

Aus dem Lateinischen übersetzt
von Wilhelm Gottlieb Becker
Mit 82 Abildungen nach Zeichnungen
von Hans Holbein d. J.

208 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag
Euro 32,00 [D]
ISBN 978-3-947618-75-0

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Ein Text, der über Jahrhunderte seine Aktualität behalten hat.


Zum Text

Der Text folgt der Ausgabe Basel 1780, erschienen bei Johann Jacob Thurneysen. Der Neusatz wurde entsprechend den Regeln der alten deutschen Rechtschreibung behutsam modernisiert und aufgrund von Vergleichung mit neueren Übersetzungen stellenweise überarbeitet. Die alten Stiche nach Holbeins Originalen wurden einer französischen Erasmus-Ausgabe von 1715 entnommen, die unter dem Titel »L’Eloge de la folie, composé en forme de Declamation par Erasme de Rotterdam etc.« in Leiden gedruckt wurde.

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© Boer Verlag

Aus dem Vorwort

Das Lob der Torheit hat sich Erasmus zurechtgelegt, als er sich im Sommer 1509 von Italien wieder nordwärts wandte. Während ihn sein Pferd langsam über den Splügen und das Rheintal hinunter trug, fand sein unermüdlicher Geist in der Stille des Gebirges Muße und Sammlung, wie sie ihm in Italien nie beschieden gewesen war, und gern denkt man sich aus, daß auch die herrliche Kühle und Reinheit der Alpenwelt, wenn auch dem Reisenden unbewußt, das ihrige mag dazu beigetragen haben, dieses kleine Werk mit ganz besonderer Klarheit, Frische und plastischer Anschaulichkeit zu erfüllen. Welchen Reichtum allerdings an Wissen, Erfahrung und Menschenkenntnis trug dieser Reiter in sich! In den gut vierzig Jahren seines bisherigen Lebens hatte er in seiner niederländischen Heimat, in Frankreich, in England, in Venedig, Bologna und Rom wie Odysseus vieler Menschen Städte gesehen und vieler Menschen Art und Gedanken kennengelernt.

Zum Autor

Bild Erasmus

Erasmus von Rotterdam (1466-1536), bedeutender humanistischer Gelehrter der Renaissance, besuchte von 1478 bis 1485 die Lateinschule. Danach (ab 1487) wurde Erasmus Regularkanoniker in einem Kloster der Augustinerchorherren bei der Stadt Gouda. 1492 empfing er die Priesterweihe und wurde Sekretär im Dienste des Bischofs von Cambrai. Nachdem Erasmus die Unterstützung des Bischofs verloren hatte, studierte er von 1495 bis 1499 an der Sorbonne in Paris Theologie. Als Erzieher eines englischen Adligen ging er 1499 England, wo er Thomas Morus kennenlernte. Von 1500 bis 1506 hielt er sich abwechselnd in den Niederlanden, in Paris und in England auf. 1506 zog er nach Italien. In Venedig lernte er den Verleger Aldus Manutius kennen und ließ bei ihm einige seiner Werke drucken. Anschließend zog es ihn wieder an die Universität Cambridge, wo er am Queens College von 1510 bis 1514 Griechisch lehrte. Von 1514 bis 1529 lebte und wirkte Erasmus in Basel, 1517 in Leuwen und später in Freiburg. 1533 kehrte er nach Basel zurück, wo er am 12. Juli verstarb. Sein heute bekanntestes Werk ist die Satire »Lob der Torheit« (Laus stultitiae) aus dem Jahr 1509, die er seinem Freund Thomas Morus widmete. In dieser »Stilübung« (wie er sie nannte) trat er mit Spott und Ernst tief verwurzelten Irrtümern entgegen und setzte sich für vernünftige Anschauungen ein. Dafür fand er die ironischen Worte: »Die christliche Religion steht einer gewissen Torheit recht nahe; hingegen mit der Weisheit verträgt sie sich schlecht!« [Bildquelle: Wikipedia]

Der Herausgeber und Übersetzer

Die erste deutsche Übersetzung besorgte Sebastian Franck, sie erschien im Jahr 1534 in Ulm. Es folgten mehrere Übersetzungen, die dann auch zur Vorlage von Alfred Hartmann wurden, der das Werk 1929 in Basel neu herausbrachte. Unsere Übersetzung nimmt als Vorlage die Ausgabe von 1780 mit der Übersetzung von Wilhelm Gottlieb Becker (1753-1813). Becker war Schriftsteller und Kunsthistoriker, lehrte ab 1776 am Philanthropin zu Dessau, wurde 1782 Professor an der Ritterakademie zu Dresden, erhielt 1795 die Aufsicht über die Dresdener Antikengalerie und das Münzkabinett. Er entwickelte den Gedanken der landschaftlichen Gartenkunst als einer der ersten. Seine Beschreibung des Seifersdorfer Tals bei Dresden (1792) als romantischer Landschaftsgarten zählt zu den wichtigsten Gartenbüchern seiner Zeit. Als Übersetzer widmete er sich vor allem der französischen Belletristik und Memoirenliteratur. Seine Erasmus-Übersetzung glänzt vor allem durch den zeitgenössischen Esprit der Aufklärung.

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© Boer Verlag

Zu den Vorlagen der Illustrationen

Hans Holbein d. J. (1497-1543), berühmter Renaissance-Maler und Bürger der Stadt Basel. Zu den frühesten Zeugnissen seiner Anwesenheit in Basel gehören auch die Randzeichnungen eines Exemplars des »Lobes der Torheit« von Erasmus, welche Holbein, zufolge einer darin befindlichen handschriftlichen Anmerkung des Myconius, welchem das Buch später gehörte, im Dezember 1515 fertigte. Auch hier zeigt sich die jugendlich scherzhafte Laune des Künstlers, welche die satirischen Intentionen des Autors mit richtigem Humor aufzufassen und zu illustrieren verstand, und man wird gerne der Notiz des Myconius Glauben schenken, daß Erasmus sich an diesen 82 feinen Federzeichnungen sehr ergötzt habe. [Quelle: ADB]

 

 


 

 

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