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Alain Juranville
Lacan und die Philosophie

Aus dem Französischen übersetzt
von Hans-Dieter Gondek

Reihe Forschungen Band 3

624 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag
Euro 98,00 [D]; 100,80 [A]
ISBN 978-3-924963-05-7

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Ein Grundlagenwerk zur
Theorie Jacque Lacans
von einem der kompetentesten Kennern


Kurzdarstellung

Was hat die Philosophie mit dem Unbewußten und der Psychoanalyse zu tun? Zu dieser Frage sind die Analysen Lacans und vor allem seine Interpretation des Unbewußten mittels des Signifikanten von grundsätzlicher Bedeutung. Mit dem Signifikanten schafft sich Lacan die Möglichkeit, das Unbewußte streng methodisch zu begreifen und zu begründen. Er versucht zu vollenden, was Freud eingeleitet hat. Die Idee des Unbewußten führt ihn zur Bestätigung einer Konformität von Sprache und Sein, zur ontologischen Wahrheit. Die These von einem Signifikanten diesseits des Signifikats, einem »reinen Signifikanten«, wird im Kontext der Bewegung zeitgenössischen Denkens verstanden (Heidegger). Sie verlängert und »überschreitet« die darin geübte Kritik der Metaphysik. Aber kann es über die »partiale« Wahrheit des unbewußten Begehrens hinaus eine totale Wahrheit des reinen Signifikanten geben? Die Philosophie fordert es, die Psychoanalyse schlieát es aus. Kann man die Lacansche Theorie des Begehrens in das philosophische Denken integrieren? Der detaillierte Nachvollzug der Analysen Lacans zeigt den entscheidenden Beitrag auf, den die These des reinen Signifikanten im Hinblick auf die psychoanalytischen Grundbegriffe erbringt. Sie verdeutlicht die Striktheit einer vierteiligen Grundstruktur, von der der Mensch in seinem Begehren erfaßt wird: eine an sich signifikante Struktur, die nichts mit einem Formalismus gemein hat. Ausgehend von ihr werden die vier »existenzialen Strukturen« begründet: Psychose, Perversion, Neurose und abschließend die Sublimation, zu der das ganze Denken Lacans in seinem Bemühen um ein Jenseits des Ödipus und um die Prüfung des Realen im psychoanalytischen Prozeß hinführt. Mit einer Würdigung der Möglichkeiten der Sublimation wird alsdann eine Antwort auf die Eingangsfrage gegeben.

Inhalt

Einführung
Aufriß | Ausblick auf die weitere Ausarbeitung

Erster Teil
Die Theorie des Unbewußten und der philosophische Diskurs

Einführung | I. Die Theorie des Unbewußten und das Problem der Existenz des Unbewußten | Einführung | Der Begriff des Unbewußten bei Freud | Das Problem für Freud, das Unbewußte nachzuweisen | Bewußtsein und Welt. Antizipation und Zeichen | Das Unbewußte und das Un-weltliche. Das Nicht-antizipierbare und das Symptom | Die Saussuresche Zeichentheorie und die Konsequenzen einer Infragestellung des Finalismus | Die Lacansche These eines logischen Niveaus des reinen Signifikanten und der Existenznachweis des Unbewußten. | II. Das Feld der Philosophie als der Ort, an dem die Theorie des Unbewußten ihren Sinn gewinnt | Einführung | Die Philosophie als eine besondere Art zu fragen | Der Gegenstand der philosophischen Frage | Der Diskurs als allgemeine Form der Antwort | Die quaternäre Struktur des Feldes der Philosophie | Das Begehren nach Lacan: real, imaginär und symbolisch | Die Lacansche Kritik des Empirismus: Bedürfnis, Anspruch, Begehren | Lacans Opposition zum philosophischen Diskurs: Lacan und Kant.

Zweiter Teil
Das unbewußte Begehren und das Gesetz der Kastration

Einführung | III. Das Begehren und sein Subjekt | Einführung | Das Sprechen | Der reine Signifikant und die drei Momente der Logik des Signifikanten. Lacan und Hegel | Die Emergenz des Signifikats, das Subjekt und der Andere. Lacan und Heidegger | Der Sprechakt und die Gewißheit des Subjekts. Lacan und Descartes | Das Subjekt des Unbewußten und die väterliche Metapher | Das Quaternion der grundlegenden Signifikantenstruktur des Unbewußten: auf dem Weg zum Ding | IV. Das Begehren und das Objekt | Einführung | Der Trieb | System der Triebe | Das Phantasma | Die Kastration und das Gesetz | Ödipuskomplex und Kastrationskomplex. Die neurotische Auslegung der Kastration | Gesetz des Begehrens und Gewalt. Die perverse Auslegung der Kastration | Das Ding | Das Genießen | Der Todestrieb.

Dritter Teil
Das unbewußte Begehren und das Imaginäre des Diskurses

Einführung | V. Die existenzialen Strukturen | Einführung | Die Neurose | Die šbertragung | Die Perversion | Die Psychose | Die Sublimation | Die Schrift | Die Formen der Sublimation | VI. Auf dem Weg zu einem Diskurs über das Unbewußte | Einführung | Die Schrift und die Wissenschaft | Von der formalen Logik zum Mathem der Psychoanalyse | Der Mann und die Frau | Die Liebe und die Übertragung | Das Unbewußte und das andere Genießen | Die vier Diskurse | Der philosophische Diskurs nach Lacan.

Vierter Teil
Die Konsistenz des Imaginären und die Möglichkeit eines philosophischen Diskurses über das Unbewußte

Einführung | VII. Die totale Wahrheit und die Theorie der borromäischen Knoten | Einführung | Die totale Wahrheit des reinen Signifikanten | Die Existenz Gottes | Fruchtbarkeit und phallisches Genießen | Der Körper des Symbolischen und die Weisen der Negativität | Der Geist und die Gabe | Die Trauer und die existenzialen Strukturen | Sublimation und Geschick. Die »gute Neurose« und die Melancholie | VIII. Philosophischer Diskurs, analytischer Diskurs und Geschichte | Einführung | Das Denken | Die Lektüre | Die traditionelle Welt | Die geschichtliche Welt | Diskurs und absolutes Denken | Die Geschichte und ihre Epochen | Psychoanalyse und Philosophie.

Die zugrundegelegten Texte von Jacques Lacan | Allgemeine Bibliographie

Zum Autor

Alain Juranville hat mit der vorliegenden Arbeit an der Universität Paris seine Lehrerlaubnis errungen. Das Buch erschien bei Presses Universitaires de France und gilt seit der zweiten Auflage in Frankreich schon als ein Standardwerk zum Denken Jacque Lacans.

 

 

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