Einzeltitel

 

Kleist

Heinrich von Kleist
Erzählungen

Michael Kohlhaas, Die Marquise von O… u. a.

340 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Mit 1 Abbildung
Euro 32,00 [D]
ISBN 978-3-96662-131-1

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Kleists berühmte historische Erzählung sowie
weitere Novellen, die zur Weltliteratur gehören.

 


Zum Text

Der Text des vorliegenden Neusatzes folgt der Ausgabe »Heinrich Kleist’s ausgewählte Schriften«, hrsg. von Ludwig Tieck, Berlin 1846/47 im Verlag G. Reimer.

Der Autor

Kleist

Heinrich von Kleist (1777-1811) war ein Meister in der Kunst der Erzählung. »Michael Kohlhaas« gilt als eine der wichtigsten deutschsprachigen Erzählungen ihrer Zeit. Darin gibt der berühmte Brandenburger Pferdehändler Kohlhase aus Luthers Tagen seine Familie, die gesellschaftliche Position und sein sonstiges Hab und Gut auf, verletzt schließlich sogar selbst die Rechtsnormen, nur um in einem relativ geringfügigen Streitfall, bei dem ihm ein klares Unrecht zugefügt worden ist, Recht zu erhalten; ihm wird in der Erzählung ein ambivalentes Denkmal gesetzt. Bedeutend sind weiterhin die Erzählungen Das Erdbeben in Chili, Die Marquise von O...., Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik. Das literarische Schaffen von Heinrich von Kleist hat auf seine Zeitgenossen und auf spätere Leser eine nachhaltige Wirkung ausgeübt. Im Laufe der widersprüchlichen Rezeptionsgeschichte wurde Kleist von weltanschaulich konträren Gruppierungen für sich in Anspruch genommen. Er wurde gleichermaßen als verkannter Vorbote der literarischen Moderne wie auch als bedeutender Streiter im Sinne der nationalistischen und chauvinistischen Strömungen des Deutschen Kaiserreichs gedeutet. Insbesondere seit der deutschen Reichsgründung von 1871 kam es zu wechselnden Renaissancen und einer immer stärker werdenden politischen Inanspruchnahme Kleists. Neben der ausgiebigen Rezeption des politischen Dichters Kleists wandten sich um die Jahrhundertwende auch die jungen Autoren der literarischen Moderne programmatisch dem Werk Kleists zu. Angesichts seiner weitgehenden Entfremdung von den Vertretern der Weimarer Klassik bot Kleist sich mustergültig als Vorbild für die Ablösung einer neuen Schriftstellergeneration von Goethes übermächtiger Erscheinung an. Im Gefolge einer zweiten Welle der Kleist-Wiederaneignung entdeckte im frühen zwanzigsten Jahrhundert eine Generation junger Schriftsteller, darunter Gerhart Hauptmann, Frank Wedekind, Carl Sternheim und Georg Kaiser, den Dichter als wichtigen Wegbereiter experimenteller und subjektivierter literarischer Ansätze für sich. [Quelle: Wikipedia]

Kurzinformation zu den Erzählungen:

1. Michael Kohlhaas: Die Erzählung spielt in der Mitte des 16. Jahrhunderts und handelt vom Pferdehändler Michael Kohlhaas, der gegen ein Unrecht, das man ihm angetan hat, zur Selbstjustiz greift und dabei nach der Devise handelt: »Es soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe auch die Welt daran zugrunde!« Historisches Vorbild der Figur war Hans Kohlhase. Dieser lebte im 16. Jahrhundert als Kaufmann im brandenburgischen Cölln an der Spree. Am 1. Oktober des Jahres 1532 begab er sich auf eine Reise zur Leipziger Messe. Auf dem Weg dorthin wurden ihm jedoch auf Geheiß des Junkers Günther von Zaschwitz zwei seiner Pferde abgenommen mit der Begründung, er habe sie gestohlen. Kohlhase versuchte, juristisch dagegen vorzugehen. Vergleichsverhandlungen fanden am 13. Mai 1533 auf der Burg Düben statt, führten jedoch zu keiner friedlichen Beilegung des Konfliktes. Ein Grund bestand vor allem darin, daß der Ritter von Zaschwitz inzwischen verstorben war und seine Erben eine angemessene Entschädigungszahlung verweigerten. Aus diesem Grund erklärte Kohlhase 1534 die Fehde und es wird berichtet, daß er Häuser in Wittenberg niederbrannte. Er beging weitere Verbrechen. Schließlich wurde er ergriffen und am 22. März 1540 in Berlin öffentlich hingerichtet.

 

2. Die Marquise von O...: Die Erzählung beginnt mit einer sehr ungewöhnlichen Zeitungsannonce, in der »eine Dame von vortrefflichem Ruf […] bekannt machen [ließ], daß sie, ohne ihr Wissen, in andre Umstände gekommen sei, daß der Vater […] sich melden solle; und daß sie […] entschlossen wäre, ihn zu heiraten.« Anschließend wird rückblickend erzählt, wie es zu dieser Situation gekommen ist: Die Zitadelle bei M..., deren Kommandant der Vater der Marquise ist, wird von russischen Truppen erstürmt. Die Marquise, welche nach dem Tod ihres Gatten zu ihrer Familie gezogen ist, fällt russischen Soldaten in die Hände und wird misshandelt, jedoch von einem russischen Offizier »gerettet«. Der vermeintliche Retter aber stellt sich später als Vergewaltiger der Marquise heraus.

 

3. das Erdbeben von Chili: Kleist schrieb seine Erzählung 1806 in Königsberg, veröffentlicht wurde sie im darauf folgenden Jahr in der prominenten Zeitung Morgenblatt für die gebildeten Stände von Johann Friedrich Cotta, die mehrfach pro Woche erschien und große Wirkung auf die literarische Kultur Deutschlands hatte. Kleists Text könnte man damit in die literarische Traditionslinie der französischen Moralisten stellen.

 

4. Das Bettelweib von Locarno: Ein Bettelweib erhält von einer Marquise Obdach in einem Zimmer, wird vom Marchese jedoch hinter den Ofen befohlen. Auf dem Weg dorthin stürzt das Bettelweib aber und verletzt sich so schwer, daß es den Weg hinter den Ofen nur unter Ächzen schafft und dort stirbt. Jahre später will der inzwischen finanziell angeschlagene Marchese sein Schloß an einen interessierten Ritter verkaufen. Dieser übernachtet in besagtem Zimmer, muß aber bestürzt erfahren, daß es dort geräuschvoll spukt. Etwas Unsichtbares habe sich in einer Ecke erhoben und sei mit schweren Schritten hinter den Ofen gegangen, um dort zusammenzubrechen. Der Ritter reist am nächsten Morgen umgehend ab.

 

5. Der Findling: Antonio Piachi, wohlhabender Güterhändler und in zweiter Ehe verheiratet mit Elvire, reist mit seinem Sohn Paolo, dem Sohn seiner ersten Frau, nach Ragusa. Dort herrscht eine pestartige Krankheit. Aus Sorge um sein Kind will er wider kaufmännischer Interessen sogleich abreisen. Bei der Abreise nimmt er aus Mitleid einen angesteckten Waisenknaben mit, obwohl es ihm anfangs widerstrebt. In einem Wirtshaus wird er von der Polizei festgenommen und aus Quarantäneschutz nach Ragusa transportiert. Im dortigen Krankenhaus bleibt Piachi gesund, sein eigener Sohn aber stirbt, und Nicolo erholt sich. Als Nicolo ihm eine gute Reise wünscht, fragt Piachi ihn, ob er nicht mitreisen will. Erst jetzt besieht Piachi ihn richtig.

 

6. Der Zweikampf: Die Erzählung beginnt gegen Ende des vierzehnten Jahrhunderts in der Nacht des heiligen Remigius mit einem Rückblick auf kürzlich vergangene Ereignisse: den ungelösten Brüderzwist zweier hoher Adliger, entstanden durch die morganatische Verbindung von Breysachs mit Katharina von Heersbruck.

 

7. Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik: Den historischen Hintergrund für die Erzählung bietet ein Bildersturm in den Niederlanden, bei dem radikale Calvinisten im August 1566 über 400 Kirchen verwüsteten. [Alles aus Wikipedia]

 

 


 

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