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Michel Serres
Ablösung
Eine Lehrfabel

Aus dem Französischen von Klaus Boer
Mit einer Bibliographie zu Michel Serres
von Reinhold Clausjürgens

128 Seiten, Broschur
Euro 28,00 [D]; 28,80 [A]; SFr 38,50
ISBN 978-3-924963-04-0

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»Ein unmöglicher Text, eine Wissenschaftspoesie,
eine Vielsprachigkeit, ein Ir-Rationalismus.«


Kurzdarstellung

Michel Serres erzählt vier Geschichten, in denen exemplarisch grundlegende philosophische Fragen behandelt werden. Dabei taucht immer wieder der Begriff der »Ordnung« auf, den er im modernen strukturalistischen Sinn versteht und als Interpretationsmatrix unterschiedlichster Erscheinungsformen auffaßt. Dabei wird eine erzählerische und dichterische Begabung deutlich, die ihn weit über das normale wissenschaftliche Niveau hinaushebt.

Inhalt

Bauer: China Schwemmland | Seemann: Der Ball der Kap-Horn-Fahrer | Suchender: Bäume des Todes | Baum des Lebens | Franziskaner: Einsatz, Fetisch, Ware | Bibliographie

Zum Autor

Michel Serres, geb. 1930, lehrt Wissenschaftsgeschichte an der Sorbonne in Paris. Deutsche Veröffentlichungen: Carpaccio. Ästhetische Zugänge, Reinbeck 1981 (Esthétiques. Sur Carpaccio, 1975); Der Parasit, Frankfurt a.M. 1981 (Le Parasite, 1980). Das vorliegende Werk erschien 1983 unter dem Titel »Détachement« bei Flammarion, Paris.

Pressestimmen

Neue Zürcher Zeitung:
... «Ablösung» erschliesst sich nicht ohne weiteres, weil das Buch keine vertrauten Fixpunkte liefert und sich nicht linear entfaltet. Anscheinend werden in einer schnörkellosen Sprache von grosser poetischer Kraft einfach nur Geschichten erzählt, Geschichten von chinesischen Schwemmlandbauern und von einem alten Seemann, der noch auf einem Handelssegler die Kap-Horn-Route befuhr, von einer 4000 Jahre alten Sequoia im gleissenden Licht der kalifornischen Sonne oder von Franz von Assisi, der den Vögeln predigte und mit dem Wolf sprach. Aber immer wieder blitzen im Fluss des Erzählens einige knappe Sätze auf, in denen Serres seine gesamte Philosophie ins Spiel bringt, allerdings nicht als Einheitsprinzip, das zur Abwechslung einmal «literarisiert» wäre, sondern indem jede melodische Linie den Ton der anderen anschlägt und die verschiedenen Stimmen einander Echos zuwerfen und «Interferenzen» bilden. Die biegsame Übersetzung Klaus Boers trägt dazu bei, dass die Lektüre bald ein Vergnügen wird.

Frankfurter Rundschau:
... Die Ablösung, ein Manifest des Ausstiegs, ist ein guter Einstieg in das Denken dieses Philosophen, der nicht Wahrheiten zementieren, sondern Öffnungen zeigen will. Nicht zuletzt ist sein kleines Buch einer noch träumenden Philosophie, die ernst und verspielt sich zwischen Literatur und Reflexion, zwischen Genuß an der ästhetischen Form und Arbeit am Begriff bewegt, eben auch Ausdruck einer intellektuellen Beweglichkeit, die sich beim Lesen mitteilt. In einem Land, in dem die Verwaltung als Wert geschätzt wird und deren Taxinomie sich zur Philosophie erhebt, wird leider die Rezeption solchen nicht etikettierbaren Denkens, das Endgültigkeiten aufzulockern sucht, gering bleiben.

Basler Magazin:
... Man muß sich lossagen (ablösen) von allem, was den Menschen zum Raubtier und zur Ratte macht, aufhören mit den verhängnisvollen Konzeptionen von Geschichte, Krieg, Wissenschaft und so weiter. Denken heißt nein sagen, hat Serres einmal zu bedenken gegeben. Das ist die klare Aussage des Buchs, auch wenn Serres sie in seiner girlandenhaften Sprache macht, voller Einfälle, Spielereien und Abschweifungen. Alle französischen Philosophen waren Moralisten, auch Serres reiht sich mit Ablösung in diese Gesellschaft ein. Das Buch nimmt in seinem Werk damit eine eigenwillige Stellung ein; es löst sich von dem übrigen Werk ab. Den Naturwissenschaften einen Platz in den Humanwissenschaften und diesen einen Platz in jenen einzuräumen war bisher die erklärte Absicht von Serres: die Thermodynamik im Werk von Emile Zola und William Turner, die Turbulenzen, die Kommunikation und die parasitären Unterbrechungen und Störungen. In Ablösung geht es um etwas anderes: um den dringenden Aufruf, mit den blinden und blindwütigen Ausfällen des Menschen, der nur noch in Begriffen von Siegern und Besiegten denken und zwischen zwei Formen der Beschädigung wählen kann, Schluß zu machen.

tageszeitung:
Die »Epistemologie«, die er versucht, taugt ebenso wenig zur Themenkarriere 'Postmodernismus' oder 'Kritische Theorie'. Ein unmöglicher Text, eine Wissenschaftspoesie, Vielsprachigkeit, Ir-Rationalismus ...

 

 

 

 

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