Einzeltitel

 

Tolstoi_Volkserzaehlungen

Lew Tolstoi
Volkserzählungen

Aus dem Russischen übersetzt
von Alexander Eliasberg, Hermann Röhl
und Karl Nötzel

272 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Mit 1 Abbildung
Euro 36,00 [D]
ISBN 978-3-947618-99-6

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Eine Sammlung populärer Erzählungen des berühmten Autors

 


Zum Text

Der Neusatz des Textes folgt der Ausgabe Leipzig 1913, erschienen im Insel Verlag.

Inhalt

Wieviel Erde braucht der Mensch?
Die drei Tode
Der Schneesturm
Albert
Luzern - Aus den Aufzeichnungen des Fürsten D. Nechljudow
Polikei
Der Morgen eines Gutsbesitzers - Bruchstücke aus einem unvollendeten Roman »Ein russischer Gutsbesitzer«

Der Autor

Bild Tolstoi

Lew Tolstoi (1828-1910), berühmter russischer Schriftsteller. An der Universität Kasan begann er 1844 ein Studium der orientalischen Sprachen. Nach einem Wechsel an die juristische Fakultät brach er das Studium 1847 ab, um die Lage der 350 geerbten Leibeigenen im Stammgut der Familie in Jasnaja Poljana mit Landreformen zu verbessern. Von 1851 an erlebte er in der zaristischen Armee als Fähnrich einer Artilleriebrigade den Krieg im Kaukasus. Seine Erfahrungen im Militäreinsatz beeinflußten seine frühen Kaukasus-Erzählungen. Nach Ausbruch des Krimkriegs erlebte er 1854 den Stellungskrieg in der belagerten Festung Sewastopol. Die realistischen Berichte aus diesem Krieg machten ihn früh als Schriftsteller bekannt. Seit 1855 lebte er abwechselnd auf dem Gut Jasnaja Poljana, in Moskau und in Sankt Petersburg. Unter pädagogischem Blickwinkel bereiste er 1857 und 1860/61 westeuropäische Länder und besuchte Künstler (Charles Dickens, Iwan Turgenew) und Pädagogen (Adolph Diesterweg). Nach der Rückkehr verstärkte er seine reformpädagogischen Bestrebungen und richtete Dorfschulen nach dem Vorbild Rousseaus ein. Auch als die Schule durch die zaristische Verwaltung geschlossen worden war, verfolgte Tolstoi die pädagogischen Ziele weiter. In der sechziger und siebziger Jahren schrieb er die monumentalen Romane »Krieg und Frieden« sowie »Anna Karenina«, die seinen literarischen Ruhm begründeten. Mit seiner großen Anerkennung begann für Tolstoi eine Phase der Orientierungslosigkeit. Seine Sinnsuche brachten ihn dazu, auf Rauchen und Alkohol zu verzichten und sich vegetarisch zu ernähren. Seit 1881 hatte er sich intensiv religiösen Fragen zugewandt. Die Verbreitung seiner Anschauungen zog den Widerstand politischer und kirchlicher Einrichtungen nach sich. Auf seine Achtung im Ausland folgte seine Ächtung im Inland. Seit 1882 unterstand er polizeilicher Überwachung. Tolstoi lehnte sozialistische Bestrebungen im Sinne einer Diktatur des Proletariats ab. Mit seinem moralischen Rigorismus sah er sich in einem Zwiespalt: Sich selbst und der reichen Oberschicht, der er entstammte, warf er eine egozentrische und sinnentleerte Lebensweise vor. Seine Haltung führte ihn zu der Frage nach beständigen moralischen Werten, die er für sich mit dem Anspruch auf bedingungslose Nächstenliebe und radikale Gewaltlosigkeit beantwortete. Vor diesem Hintergrund galt Tolstoi in seinen späten Jahren als Vertreter eines religiös inspirierten Anarchismus. Neben staatlichen Willkürmaßnahmen wie der Hausdurchsuchung 1908, bei der alle auffindbaren Texte konfisziert wurden, verschärften sich auch familiäre Konflikte. Da seine Frau es ablehnte, die in seinem Testament dem russischen Volk vermachten literarischen Werke als gemeinsame Besitztümer des Volkes anzusehen, verließ Tolstoi mit seinem Arzt und seiner jüngsten Tochter die Familie zu einer letzten, spektakulären Reise in Richtung Süden. Auf dieser Reise in einem offenen Zug erkrankte er an einer Lungenentzündung und starb am frühen Morgen des 20. November 1910 im Haus des Bahnhofsvorstehers von Astapowo. [Foto: Porträt Tolstois von Iwan Kramskoi, 1873. Quelle: Wikisource]

Die Übersetzer

Alexander Eliasberg (1878-1924) emigrierte nach seinem Studium in Moskau 1905 nach München. 1907 erschien seine erste Übersetzung. Er machte in der Folge eine ganze Reihe neuer russischer Erzähler, Dichter und Publizisten im deutschen Sprachraum bekannt. Er übersetzte neben den schon genannten klassischen russischen Autoren auch Werke von Gogol, Puschkin und Tschechow. Eliasberg war mit Thomas Mann befreundet und hat erheblich zu dessen Rezeption im russischen Sprachraum beigetragen. Seit 1917 war Eliasberg staatenlos. Im Zusammenhang mit einer angeblich deutschfeindlichen Äußerung seiner Frau, die einen Prozess nach sich zog, wurde er 1923 aus Bayern ausgewiesen und fand in Berlin bei Freunden Unterschlupf, wo er im folgenden Jahr starb.

Hermann Röhl (1851-1923) übersetzte eine Vielzahl meist klassischer russischer Werke. Röhls Übersetzungen zeichnen sich nicht nur durch den hohen wissenschaftlichen Standard aus, sondern auch durch umfangreiches Hintergrundwissen, da beispielsweise häufig alte russische (Militär-)Begriffe bzw. heute nicht mehr bekannte Gegenstände beschrieben werden.

Karl Nötzel (1870-1945), deutsch-russischer Schriftsteller und Sozialphilosoph, promovierte 1893 an der Universität Freiburg i. Br. in Chemie. Von 1893 bis 1909 war er als Chemiker in Russland tätig. In den 1920er Jahren war er Vorsitzender des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller in Bayern. Nötzel wurde vor allem bekannt als Übersetzer von russischen Schriftstellern wie Dostojewski, Gogol, Leskow, Solowjow, Tolstoi. Er schrieb für das Lexikon »Religion in Geschichte und Gegenwart« die Artikel über mehrere russische Klassiker, sowie über russische Literaturgeschichte und russische Religionsphilosophie.

 

 


 

 

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