Einzeltitel

 

Zech_Baal

Paul Zech
Der schwarze Baal

Novellen

92 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Euro 18,00 [D]
ISBN 978-3-946619-87-1

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Der brutale Alltag der Bergleute in den Kohlegruben
der Jahrhundertwende, von Paul Zech selbst erlebt.

 


Textbeispiel

»Oh, das Unglück! Oh, das Unglück! Wie ein dichtes Schneegestöber fuhr dieses flockige Rufen über das Dorf, immer wenn der schwarze Baal die roten Fangarme durch den Schacht gestoßen hatte und von jenen Männern, die ihr Bündel heiler Knochen Tag für Tag auf die blutrostigen Böden der Förderschale legen mußten, sich irgend einen, oder ein Dutzend oder Hundert auswählte zum Fraß und den Rest wieder von sich gab wie einen ausgedörrten Kothaufen. ... Und dann schickten die wiederum Mütter Gewordenen ihre Söhne in den Schacht hinunter. Und es dünkte ihnen eine große, unverdiente Gnade, wenn der Grubendirektor Brot gab für die hungrigen Mäuler. Denn der Schatten des Hungers lag wuchtender auf den paar aussätzigen Hütten am Fluß, als der hagelwolkige Vorübergang einer Katastrophe, die eigentlich nur die Fenster zum Klirren brachte und ein paar Gänge zum Kirchhof mehr.«

Zum Text

Der vorliegende Neudruck folgt der Erstausgabe Leipzig 1917, erschienen im Verlag der Weißen Bücher.

Inhalt

Die Birke
Der schwarze Baal
Das Pferdejuppchen
Die Gruft von Valero
Das Vorgesicht
Nervil Munta
Der Anarchist

Zum Autor

Paul Zech (1881–1946), geboren in Westpreußen. Mit vierzehn Abgang von der Volksschule in Briesen. Danach begann er wahrscheinlich eine Bäckerlehre, die er abbrach. Eine höhere Bildung erlangte er nicht, seine eigenen Angaben zum angebliches Studium an verschiedenen Universitäten sind erfunden. Um 1898 zog er gen Westen, sicher auf der Suche nach Arbeit, ins belgische Kohlerevier. Ab ca. 1901 findet man ihn in Barmen, ab ca. 1902 in Elberfeld. Neben seiner Berufstätigkeit verfasste er Gedichte, die ab 1904 in den Feuilletons lokaler und regionaler Zeitschriften erschienen. Um 1909 begann er mit der Abfassung von Erzählungen in expressionistischem Stil, die im Milieu der Bergarbeiter spielen, aber die dargestellte Realität durch Einbezug mythisch-mystischer Elemente in oft beklemmender Weise verfremden. Sein Kontakt zu Else Lasker-Schüler verschaffte ihm Zugang zu der literarischen Zeitschrift »Der Sturm«. 1912 wagte er den Sprung nach Berlin, wo er 1913 Mitbegründer der Zeitschrift »Das neue Pathos« wurde. Nach Beginn des Krieges 1914 wurde er gemustert, aber zurückgestellt. 1915 wurde er eingezogen und kam an die Front, erst an die Ost-, dann an die Westfront. Die zunehmend pazifistischen Tagebuchaufzeichnungen, die er in den Kriegsjahren machte, erschienen erst 1919 als »Das Grab der Welt. Eine Passion wider den Krieg«. Die Jahre unmittelbar nach dem Krieg bedeuteten den Höhepunkt der literarischen Karriere Zechs. 1917 hatte ihm sein Novellenband »Der schwarze Baal« Anerkennung auch als Erzähler verschafft. 1918 erhielt er für seine Lyrik den Kleist-Preis, 1919 war er in der legendären expressionistischen Gedichtanthologie »Menschheitsdämmerung« von K. Pinthus mit zwölf Texten vertreten. Trotz seiner vielfältigen Schwierigkeiten war er in den Nachkriegsjahren äußerst produktiv. Anfang 1931 kam das auf lange Sicht erfolgreichste und vielleicht auch beste Werk Zechs heraus, Die Balladen und lasterhaften Lieder des Herrn François Villon. Im 1933 wurde Zech aufgrund seiner Nähe zur SPD als Angestellter einer Bibliothek entlassen. Kurz darauf wurde sein Bücherdiebstahl im Dienst publik, der wohl an die 2500 Bände betraf, die er offenbar vor ihrer Inventarisierung entwendet und dann verkauft hatte. Angesichts einer Vorladung der Kripo verschwand er Anfang August 1933 aus Berlin und reiste über Wien nach Triest. Dort schiffte er sich nach Montevideo ein und fuhr dann weiter nach Buenos Aires. Seine Familie und seine Freundin Hilde Herb blieben in Deutschland. Seine geplante Rückkehr nach dem Krieg zerschlug sich aufgrund seiner knappen Mittel und seines schlechten Gesundheitszustands. Am 7. September 1946 brach er bei der Heimkehr von Bekannten vor seiner Haustür zusammen und verstarb mittags im Krankenhaus. Seine Urne wurde 1971 auf den Friedhof in Berlin-Friedenau beigesetzt. Die Grabstätte gehört zu den Ehrengräbern des Landes Berlin. [Wikipedia]

 

 


 

 

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