Einzeltitel

 

Zech_Ereignis

Paul Zech
Das Ereignis

Neue Novellen

160 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Euro 26,00 [D]
ISBN 978-3-946619-89-5

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Mit großer Ausdruckskraft schildert Zech in diesen frühen Erzählungen den Alltag und die Grenzerfahrung der sozial Schwachen.

 


Textauszug

»Geht man östlich vom Niederrhein die breite Heerstraße hinauf, schrumpfen die braunen Äcker krumm zusammen. Heide und Schlehdorn flankieren Gräben. Waldfetzen krümmen sich wie arme Mysterien. Steinadern laufen quer über den Weg, springen ins Feld und heben die Acker höher und höher empor. ... Unten der Fluß, gewaltsam in enge zerklüftete Rillen gezwängt, ist ganz schwarz, blau und grün von dem ausgestoßenen Unrat der Färbereien. Giftiger Brodem entsteigt dem Gewässer und beklemmt den Atem aller Kreatur. Geistert eine irre Angst uferentlang. Und die Menschen, tagsüber in dumpfe Löcher der Werkhäuser gepfercht, leben ein greises Fronleben wie eine strenge mönchische Religion. Sie kleiden sich in stumpfes Schwarz, geben ihren Kindern biblische Namen und sind kalt und verschlossen in Gesprächen mit fremd hier her Gereisten.«

Der vorliegende Neudruck folgt der Erstausgabe München 1919, erschienen im Musarion Verlag.

Inhalt

Das Reiterliedchen
Henriette
Das Ereignis
Der unendliche Flug
Das verschleierte Bild
Kamäa
Eliane - Das Ergebnis einer Belagerung
Jadwiga
Suzanne

Zum Autor

Paul Zech (1881–1946), geboren in Westpreußen. Mit vierzehn Abgang von der Volksschule in Briesen. Danach begann er wahrscheinlich eine Bäckerlehre, die er abbrach. Eine höhere Bildung erlangte er nicht, seine eigenen Angaben zum angebliches Studium an verschiedenen Universitäten sind erfunden. Um 1898 zog er gen Westen, sicher auf der Suche nach Arbeit, ins belgische Kohlerevier. Ab ca. 1901 findet man ihn in Barmen, ab ca. 1902 in Elberfeld. Neben seiner Berufstätigkeit verfasste er Gedichte, die ab 1904 in den Feuilletons lokaler und regionaler Zeitschriften erschienen. Um 1909 begann er mit der Abfassung von Erzählungen in expressionistischem Stil, die im Milieu der Bergarbeiter spielen, aber die dargestellte Realität durch Einbezug mythisch-mystischer Elemente in oft beklemmender Weise verfremden. Sein Kontakt zu Else Lasker-Schüler verschaffte ihm Zugang zu der literarischen Zeitschrift »Der Sturm«. 1912 wagte er den Sprung nach Berlin, wo er 1913 Mitbegründer der Zeitschrift »Das neue Pathos« wurde. Nach Beginn des Krieges 1914 wurde er gemustert, aber zurückgestellt. 1915 wurde er eingezogen und kam an die Front, erst an die Ost-, dann an die Westfront. Die zunehmend pazifistischen Tagebuchaufzeichnungen, die er in den Kriegsjahren machte, erschienen erst 1919 als »Das Grab der Welt. Eine Passion wider den Krieg«. Die Jahre unmittelbar nach dem Krieg bedeuteten den Höhepunkt der literarischen Karriere Zechs. 1917 hatte ihm sein Novellenband »Der schwarze Baal« Anerkennung auch als Erzähler verschafft. 1918 erhielt er für seine Lyrik den Kleist-Preis, 1919 war er in der legendären expressionistischen Gedichtanthologie »Menschheitsdämmerung« von K. Pinthus mit zwölf Texten vertreten. Trotz seiner vielfältigen Schwierigkeiten war er in den Nachkriegsjahren äußerst produktiv. Anfang 1931 kam das auf lange Sicht erfolgreichste und vielleicht auch beste Werk Zechs heraus, Die Balladen und lasterhaften Lieder des Herrn François Villon. Im 1933 wurde Zech aufgrund seiner Nähe zur SPD als Angestellter einer Bibliothek entlassen. Kurz darauf wurde sein Bücherdiebstahl im Dienst publik, der wohl an die 2500 Bände betraf, die er offenbar vor ihrer Inventarisierung entwendet und dann verkauft hatte. Angesichts einer Vorladung der Kripo verschwand er Anfang August 1933 aus Berlin und reiste über Wien nach Triest. Dort schiffte er sich nach Montevideo ein und fuhr dann weiter nach Buenos Aires. Seine Familie und seine Freundin Hilde Herb blieben in Deutschland. Seine geplante Rückkehr nach dem Krieg zerschlug sich aufgrund seiner knappen Mittel und seines schlechten Gesundheitszustands. Am 7. September 1946 brach er bei der Heimkehr von Bekannten vor seiner Haustür zusammen und verstarb mittags im Krankenhaus. Seine Urne wurde 1971 auf den Friedhof in Berlin-Friedenau beigesetzt. Die Grabstätte gehört zu den Ehrengräbern des Landes Berlin. [Wikipedia]

 

 


 

 

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