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Walter Seitter
Menschenfassungen

Studien zur Erkenntnispolitikwissenschaft

281 Seiten, Leinen mit Schutzumschlag
Euro 29,00 SFr 52,50
ISBN 3-924963-00-2

VERGRIFFEN

»Dieses Buch ist eine Zumutung,
mutig in seiner Unkonventionalität …«


Kurzdarstellung

In der Erkenntnispolitikwissenschaft wird das Erkennen als reale Politik gedeutet und zum Thema einer wissenssoziologisch reformulierten Politikwissenschaft. Im ersten und historischen Teil behandelt der Autor die Erkenntnis von Menschen und charakterisiert diese als Zugreifen, Festhalten und Einkleiden. Ihre Kontingenz wird deutlich in der Pluralität möglicher Durchführungen und provoziert den Titel »Menschenfassungen«. Im zweiten Teil wird das »Politische« als anthropologisches Existenzial gegen angebliche Tiefenrealitäten zur Geltung gebracht und konstruktiv am intentionalen Verhalten aufgewiesen. Helmut Plessner, Jacques Lacan, Kantorowicz, Michel Foucault und Carl Schmitt stehen dabei im Zentrum der Untersuchung.

Der Autor über sein Buch:
Was die beiden Teile meiner Arbeit zusammenhält, ist die Tatsache, daß sie von weit auseinanderliegenden Ecken her Vor-Studien bilden zur Problematisierung eines Themas, zur Thematisierung eines Problems: Erkenntnispolitik. Erkenntnispolitik ist der Punkt, dem sich mein Tryptichon Heraldik-Friedrich II.Polizeywissenschaft wie auch meine Überlegung zum Begriff des Politischen angenähert haben. Der Punkt, in dem sich der Versuch einer bestimmten Technikgeschichte und -analyse mit dem Versuch einer bestimmten Begriffsprüfung und -bildung zu einer Wissenschafts-Problematik überschneiden. Um einen Punkt handelt es sich dabei nur teleskopisch: sofern sich dort zwei Linien treffen. Mitnichten ist die Erkenntnispolitik aber substantiell ein Punkt. Mikroskopisch betrachtet, ist sie ein Feld oder vielmehr eine Weltenlandschaft voller Verweisungen und Frontenbildungen – die ins Makroskopische reichen.

Inhalt

A. Erkenntnispolitiken im Abendland
Heraldik als Erkenntnissystem | Kaiser Friedrich der Zweite als Wissensbegründer | Polizey-Wissenschaft: aus Leuten Menschen machen.

B. Erkenntnispolitik als eine Seite des Politischen
Zur Rekonstruktion des Begriffs des Politischen: Politik »und« Wissen | Zur Kritik der Tiefensucht in (anstelle) der Politikwissenschaft | Imaginäre Grundlagen: Bedürfnis-Befriedigung, Ideen-Verwirklichung, Gesellschafts-Entwicklung | Von der Analyse des Imaginären an die Schwelle des Politischen | Begriffe zum Begriff des Politischen. Der Punkt der Erkenntnispolitik: Zu-Tun-Haben mit Erkenntnissen.

Zum Autor

Walter Seitter lebt und lehrt als Privatdozent in Wien. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift TUMULT. Zahlreiche Veröffentlichungen zur politischen Bedeutungsgeschichte altdeutscher Epik und zur Kunstgeschichte.

Pressestimmen

MERKUR Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken
Walter Seitter hat Prolegomena zu einer »Erkenntnispolitikwissenschaft« vorgelegt, die einen neuen, einen ungewohnten, einen unbequemen Umgang mit der Moderne wie auch mit der Postmoderne ermöglichen… Dieser so einfach wirkende, so lustvoll zu genießende Sprach- und Denkprozeß versucht etwas besonders Schwieriges: sich selbst und seinen Welt-Verhältnissen gegenüber schonungslos zu sein und sich keine Denkverbote zu verordnen, bloß weil etwas unangenehm ist oder weil die Versuchung groß ist, es für unwichtig, nicht dazugehörig oder gar unsinnig zu erklären.

Der Wunderblock
Denn die These lautet, daß der Mensch nicht apriori existiert, sondern daß erst das Werk der Erziehung das reine volle Wesen verwirklicht, als das er betrachtet wurde. Anhand verschiedenster Untersuchungen führt der Verfasser vor, wie das Subjekt Machwerk ist und Machenschaften, d.h. Politiken unterstellt ist, und er demonstriert zugleich, wie eine bestimmte Wirklichkeitssorte, eine bestimmte Form der Praxis, immer Theorie ist, und wie umgekehrt auch ein Erkenntnisparadigma, eine Theorie also, eine Form der Praxis annimmt und die Logik des Politischen prägt. … Das anfängliche Befremden wirkt wohl eher befruchtend, auch und vor allem auf der begrifflichen Ebene, wo dem Leser keine vorgefertigten Definitionen dargereicht werden, sondern ihm aufgegeben bleibt, die historischen, technischen, methodischen und theoretischen Einzelstücke selbst zusammenzusetzen.

Zeitschrift für Politik
Einefür die Vertiefung des Begriffs des Politischen wichtige Arbeit …

Das Historisch-Politische Buch
Aufschlußreich und erkenntnisfördernd ist eine Auseinandersetzung mit denjenigen Autoren, die einer Leviathan-Lösung im Sinne von Thomas Hobbes das Wort reden … Alles in allem steckt diese Arbeit voller wertvoller Einsichten und wichtiger Belehrungen …

Widerspruch
Der Versuch, die Möglichkeiten einer Wissenschaft der Produktion von Politik neuzusehen und zu vervielfältigen, ist mit diesem Text voll gelungen.

Das Argument
Seitter ist als Übersetzer Foucaults bekannt geworden. Eine Vielzahl kleiner Texte weist ihn darüber hinaus als einen Interpreten aus, der den großen französischen Historiker der Wissensformen elegant zu kommentieren versteht. Mit dem jüngsten Buch versucht er, einige Motive Foucaults zu einem selbständigen Ansatz der Politikwissenschaft fortzuentwickeln.

tageszeitung
Der Politikwissenschaftler, Kunsttheoretiker, Philosoph, Übersetzer und Mikrologe von Verhaltensvervältnissen hat hier ein Buch – listig, subtil und beharrlich auf der Komplexität der Einfachheiten bestehend – geschrieben, das ihm als Mitherausgeber von TUMULT zur Ehre gereicht.

Die Presse Wien
Das Verhältnis des Einzelnen zur Wahrheit, das »in Verhalten, in Techniken und Politiken auszutragen« sei, wird für den Leser an Seitters punktiertem Stil zum Erkennungstraining seiner eigenen Erkenntnisfähigkeit.

Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie
Dieses Buch ist eine Zumutung, mutig in seiner Unkonventionalität und in seiner Unvollständigkeit; mutig auch in dem Versuch, einen Diskurs zu führen, der zwischen den Disziplinen disziplinlos hin und herläuft …

Universitas
Seitters »Menschenfassungen« sind eine Einführung in eine Politikauffassung, die die Engführung unserer gegenwärtigen Lage aufzubrechen in der Lage sein wird.

 

 

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