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Gervinus_Historik

Georg Gottfried Gervinus
Grundzüge der Historik

68 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Euro 24,00 [D]; 24,30 [A]
ISBN 978-3-946619-44-4

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Eine der frühen Grundlagentexte
der Diskussion ├╝ber die historische Methode


Kurzbeschreibung

Gervinus gibt Antwort auf die Fragen, die er selbst zu Anfang seiner Abhandlung stellt: Wie kommt es, daß sich neben der Poetik nie eine Historik Platz verschaffen konnte? … Wie kommt es, daß über das Wesen der Geschichte, über die verschiedenen Arten der Geschichtschreibung, über das Geschäft und Verfahren des Historikers verhältnismäßig so weniges, an sich so unbedeutendes geschrieben ward? … Dagegen scheint es nicht möglich, verschiedene Gattungen der Geschichtschreibung formell zu unterscheiden, ohne sogleich auf die Verschiedenheit des Wesens zu gelangen. Dies liegt darin, weil in der Poesie die Form so sehr Hauptsache vor dem Inhalt ist, als in der Geschichte der Inhalt wesentlicher als die Form. Daher gerät man in der Geschichte viel leichter auf materielle, als auf formelle Trennung der Gattungen, und man hört, mit Rücksichtnahme auf den Gegenstand, Politische, Literatur-, Kirchen-, Rechtsgeschichte unterscheiden, oder mit Bezug auf den Umfang, Biographie, Geschichten einzelner Handlungen, Völker- und Weltgeschichte. Wir aber, sobald wir von geschichtlicher Kunst reden, suchen, wie der wahre Ästhetiker in der Poesie, formelle Gattungen, deren verschiedene Gestalt notwendiger Ausdruck einer wesentlichen innern Verschiedenheit ist.

Der Autor

Georg Gottfried Gervinus (1805-1871), deutscher Historiker und nationalliberaler Politiker, studierte von 1825 bis 1827 an der Universität Gießen, anschließend bis 1829 in Heidelberg Geschichte, Philologie und Philosophie. 1835 wurde er in Heidelberg zum Professor für Geschichte und Literatur berufen. 1836 wechselte er nach Göttingen. Dort wurde er jedoch bereits 1837 abgesetzt und des Landes verwiesen, da er als einer der Göttinger Sieben gegen die Aufhebung des hannoverschen Staatsgrundgesetzes durch den König protestiert hatte. Diese Tat erregte in der deutschen Öffentlichkeit großes Aufsehen. Im Anschluss daran reiste er mit seiner jungen Frau Victoria nach Italien. Zwischen 1835 und 1842 publizierte Gervinus sein Hauptwerk, die »Geschichte der deutschen Nationalliteratur«. 1844 nahm er in Heidelberg als Honorarprofessor seine akademische Tätigkeit wieder auf. Ab 1847 war er Herausgeber der liberal ausgerichteten »Deutschen Zeitung«. 1848 war Gervinus Mitglied des Vorparlaments, des Siebzehnerausschusses und Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung. 1853 wurde er wegen der politischen Grundtendenz seiner Publikationen vom Mannheimer Hofgericht zu zwei Monaten Festungshaft verurteilt und erneut aus dem Universitätsdienst entlassen. Dieses Urteil wurde jedoch kurz darauf vom Oberhofgericht in Mannheim für nichtig erklärt. Die Preußische Akademie der Wissenschaften nahm ihn 1845 als korrespondierendes und die Bayerische Akademie der Wissenschaften 1863 als auswärtiges Mitglied auf. An Gervinus’ Biografie ist außergewöhnlich, dass er nicht wie viele deutsche Historiker seiner Zeit die unkritische Zustimmung zum Bismarckschen System mittrug.

Inhalt

Vorwort | Vorwort zur dritten Auflage | Einleitung: I. Die Geschichte. II. Die historische Methode. III. Die Aufgabe der Historik | Die Methodik: I. Die Heuristik. II. Die Kritik. III. Die Interpretation | Die Systematik: I. Die geschichtliche Arbeit nach ihren Stoffen. II. Die geschichtliche Arbeit nach ihren Formen. III. Die geschichtliche Arbeit nach ihren Arbeitern. IV. Die geschichtliche Arbeit nach ihren Zwecken | Die Topik | Erhebung der Geschichte zum Rang einer Wissenschaft | Natur und Geschichte | Kunst und Methode

Zum Text

Der Text des vorliegenden Neusatzes folgt der Ausgabe Leipzig 1837, erschienen im Verlag Wilhelm Engelmann. Er wurde auf der Grundlage der alten deutschen Rechtschreibung behutsam modernisierten, um das Verständnis und die Lesbarkeit des Textes für den heutigen Nutzer zu verbessern.

 

 

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