Einzeltitel

 

Sternheim_Gauguin

Carl Sternheim
Gauguin und van Gogh

92 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Euro 24,00 [D]; 24,80 [A]
ISBN 978-3-946619-29-1

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Zwei sehr gegensätzliche Charaktere im
imaginären Kampf um die wahre Sicht und
konkrete Ausführung des Kunstwerks –
im wahrsten Sinne des Wortes »phantastisch«!

 


Textprobe

Dagegen hörte schon bei anderer Maler entgegengesetzter Einschätzung das Einverständnis auf. Ließ Gauguin kaum einen der großen Toten, keinen Lebendigen neben sich gelten, verwarf er die Meister, die Vincent liebte, so grob und ohne Widerspruch zu dulden, daß der verzweifelt war. Und als der ein neues Bild brennender drehender Sonnenblumen in triefenden Gelben brachte, hielt Gauguin sich nicht mehr, »Zurückhaltung Bester!« zu rufen, und da Vincent ihn jäh am Handgelenk nahm, brachen Dämme des Widerspruchs in Paul, und er fuhr den Vertatterten an: »Ja, Zurückhaltung vor Wirklichkeit, Respekt! Maß in der Enträtselung und nicht nur deinen Bauernfuror fanatischer Entlarvung. Diskretion Lieber! Traumkraft der Schöpfung gegenüber.« Damit riß er sich los, warf sich in einen Stuhl, sah Vincent herausfordernd wütend an.
Der mäßigte sich, hielt mit Gewalt die flackernden Feuer, denn er wollte den Erregten zu voller Entladung zwingen; fragte harmlos: »Wirklichkeit, die mit sich selbst übereinstimmt, enttäuscht deine Lüsternheit?«

Der Text folgt der Erstausgabe von 1924, erschienen im Verlag Die Schmiede, Berlin.

Zum Autor

Carl Sternheim (1878-1942), Sohn reicher jüdischer Eltern, wuchs in Hannover und Berlin auf. Von 1897 bis 1902 studierte er Philosophie, Psychologie und Rechtswissenschaften in München, Göttingen und Leipzig. Ab 1900 lebte und arbeitete er als freier Schriftsteller zunächst in Weimar, wo er 1900 seine erste Ehe mit der Tochter eines Weingutbesitzers einging. In zweiter Ehe heiratete er 1907 Thea Bauer. Als Tochter eines vermögenden Fabrikanten ermöglichte sie ihm den Bau einer großzügigen Villa bei München mit einem eigenen Theater, wo er seine Stücke aufführen konnte. Sternheim verkehrte hier mit Künstlern wie Mechtilde ­Lichnowsky, Max Reinhardt und Frank Wedekind. Ab 1908 gab er gemeinsam mit Franz Blei den ersten Jahrgang der Zeitschrift »Hyperion« heraus. Nach erneuter Scheidung war er von 1930 bis 1934 mit Pamela Wedekind verheiratet, lebte aber ab 1935 getrennt von ihr im Exil in Belgien, wo er 1936 seine Memoiren publizierte. Ende 1942 starb er in Brüssel an den Folgen einer Lungenentzündung. Neben einer großen Anzahl von Dramen schrieb er vor allem Novellen in einer zeitbezogenen Prosa. Sie wendet sich in satirischer Weise gegen die Verkrustung des damaligen Bürgertums und gegen jegliche Unterdrückung der Einzelpersönlichkeit durch gesellschaftliche Zwänge.

 

 

 

 

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