Einzeltitel

 

Werfel_Verdi

Franz Werfel
Verdi

Roman der Oper

516 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Euro 39,80 [D]
ISBN 978-3-96662-115-1

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Werfels Interesse für die Musik und speziell für Verdi
schlug sich in der Edition der Briefe Verdis
sowie in diesem Roman seines Lebens nieder.

 


Vorbericht von Franz Werfel

»Vor zwölf Jahren schon ist der Plan dieses Buches entworfen worden. Immer wieder wurde die Niederschrift vertagt. Künstlerische Bedenken wirkten lähmend. Bedenken, die der historischen Erzählung im allgemeinen gelten. Sie spielt ja auf zwei Ebenen, auf der dichterischen und auf der geschichtlichen, in einer erfabelten Welt und in der Welt erforschbarer Wirklichkeit. Dadurch schon kann ein Mißklang entstehn. Dieser Mißklang verstärkt sich, je näher uns die Zeit liegt, in der die Erzählung verläuft. Für das Gestern gar, das so viele noch miterlebt haben, herrscht ein tiefes Feingefühl, das dem Wahrheits-Takt des Autors große Verantwortung auferlegt. Am schwersten aber ist dieser Mißklang zu überwinden, wenn es sich um einen sogenannten Künstlerroman handelt. Die Darstellung in sich gekehrter Menschen, berühmter Geister, schöpferischer Vorgänge verführt leicht zu Fälschung, Übertreibung, Phrase. Viel ist hierin gesündigt worden. Niemals aber können rein ästhetische Gefahren schrecken. Es gilt nur durch die Tat zu beweisen, daß sie keine sind. Darum auch liegt der Grund des langen Zagens viel tiefer. Er liegt im Helden der Erzählung selbst. Er, der vor der Öffentlichkeit Schauder empfand, der die Zeitungen die Geißel unserer Epoche nannte, der die Publikation nachgelassener Briefe als Unrecht brandmarkte, der (nach Rossinis Ausspruch) sich in Paris alle Chancen verdarb, weil er es verabscheute Visiten zu machen, der Mann, der unnahbar auf seinem Hof lebte, – er sollte sich nicht wehren, als Hauptperson in einem Roman zu figurieren? Die Liebe, die Begeisterung, die ungetrübte Leidenschaft für seine Musik, ein Nicht-Loskommen von ihr, die Vertiefung in sein Werk, sein Leben, seine Menschlichkeit, all dies hat ihn schließlich überwunden. Nicht ohne Bedingung freilich wollte er sich ergeben. Wie in alten Büchern die Nachsicht des Lesers, mußte während dieser Arbeit die Nachsicht des strengen Helden angerufen werden, der nicht die geringste Verletzung seiner Wahrheit dulden wollte. Allerdings, das genaueste biographische Material eines Lebens, alle Tatsachen und Widersprüche, Deutungen und Analysen sind diese Wahrheit noch nicht. Wir müssen sie aus ihnen gewinnen, ja sie erst erschaffen die reinere eigentliche mythische Wahrheit, die Sage von einem Menschen. Der Maestro selbst bekennt sich zu ihr, wenn er in einem Brief das Geheimnis der Kunst in folgende herrliche Formel faßt: »Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser ...«

Der Text folgt der Ausgabe 1930, erschienen im Paul Zsolnay Verlag Verlag.

Inhalt

1 Ein Konzert im Teatro la Fenice
2 Der Hundertjährige und seine Sammlung
3 ›König Lear‹ im Koffer
4 Der Gesang des Krüppels
5 Den Ghibellinen Guelfe, den Guelfen Ghibelline
6 Mathias Fischböck
7 Der Augenblick
8 Die Verbrennung des Karnevals
9 ›Die Macht des Schicksals‹
10 Der Ausbruch der Melodie
Nachspiel

Zum Autor

Bild Werfel

Franz Werfel (1890-1945), österreichischer Schriftsteller jüdisch-deutschböhmischer Herkunft, ging während der nationalsozialistischen Herrschaft ins Exil und wurde 1941 US-amerikanischer Staatsbürger. Er war ein Wortführer des lyrischen Expressionismus. In den 1920er und 1930er Jahren waren seine Bücher Bestseller. Seine Popularität beruht vor allem auf seinen erzählenden Werken und Theaterstücken.Besonders bekannt wurden sein zweibändiger historischer Roman »Die vierzig Tage des Musa Dagh« und »Das Lied von Bernadette«. Nach dem Abitur 1909 ging Werfel als Volontär in einer Speditionsfirma nach Hamburg, Nach einjährigem Militärdienst wurde er 1912 Lektor beim Kurt Wolff Verlag in Leipzig. Im Ersten Weltkrieg diente er an der galizischen Front. 1929 heiratete er Alma Mahler, die 1920 von Gropius geschieden worden war. Nach dem »Anschluss« Österreichs, 1938, ließ sich Werfel mit Alma in Sanary-sur-Mer in Südfrankreich nieder. 1940, als die Wehrmacht große Teile Frankreichs besetzte, fand er Zuflucht in Lourdes und Werfel gelobte, falls er gerettet würde, ein Buch über die heilige Bernadette zu schreiben. Zu Fuß überquerte er mit seiner Frau Alma sowie Heinrich, Nelly und Golo Mann die Pyrenäen nach Spanien. Das Ehepaar erreichte von dort Portugal und emigrierte im Oktober 1940 in die USA. Werfel erhielt 1941 die amerikanische Staatsbürgerschaft. Er starb 1945 an einem Herzinfarkt. [Wikipedia]

 

 


 

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