
Theodor Plievier
Stalingrad
488 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Mit 1 Abbildung
Format 21,5 x 13,5 cm
Euro 48,00 [D]
ISBN 978-3-96662-555-5
LIEFERBAR
»Das erste große Kunstwerk der deutschen Nachkriegsliteratur«
[Alfred Andersch]
Zum Text
Der Roman »Stalingrad« ist Teil einer Trilogie von drei Romanen (Moskau, Stalingrad, Berlin) über den großen Krieg im Osten während des Zweiten Weltkriegs. In realistisch, drastischer Form wird in diesem Band der Untergang der 6. Armee in der Schlacht von Stalingrad, das Leiden der Frontsoldaten, der Verwundeten und das abgehobene, frontferne Leben der Offiziere in den Stäben und des Generalfeldmarschalls Friedrich Paulus beschrieben. Die Mißstände, die durch die bedingungslose Befolgung der Befehle »Kapitulation ausgeschlossen!« sowie »Wo ihr steht, da bleibt ihr!« entstanden, werden schonungslos dargestellt und machen dieses Werk zu einem Antikriegs-Roman. Es ist die Schilderung des Untergangs aus der Sicht der deutschen 6. Armee; auf die Verhältnisse bei der sowjetischen Seite wird nur vereinzelt eingegangen. Unter den lobenden Kritikern befanden sich Wolfgang Borchert, Alfred Andersch, Stephan Hermlin, Johannes R. Becher, Hermann Pongs, Jürgen Busche, Peter Härtling, Hermann Kant und Günther Rücker. Alfred Andersch pries »Stalingrad« als »das erste große Kunstwerk der deutschen Nachkriegsliteratur«.
Der Text des Neusatzes folgt der Ausgabe 1958, erschienen im Kurt Desch Verlag, München–Wien–Basel.
Der Autor
Theodor Plievier (1892-1955) fuhr ab 1910 als Matrose zur See. 1914 kehrte er nach Hamburg zurück, wurde aber als Matrose sofort in die kaiserliche Marine eingezogen, in der er während des Ersten Weltkriegs diente. Beeinflußt durch die Ideen und Theorien von Peter Kropotkin, Leo Tolstoi und Friedrich Nietzsche vertrat Plievier anarchistische Ideen. In Berlin betätigte sich Plievier aktiv in der anarchosyndikalistischen Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD). Durch die Vermittlung Johannes Nohls lernte er Gustav Kiepenheuer kennen und begann mit dessen Vorschuß an seinem Roman »Des Kaisers Kulis« zu arbeiten, mit dem er 1930 debütierte und der ihn über Nacht über die Grenzen Deutschlands bekannt machte. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten kamen seine Bücher auf die Liste der verbrannten Bücher. Mit Hilfe anarchosyndikalistischer Freunde gelang ihm die Flucht nach Prag. 1934 wurde er ausgebürgert. Nach einer Odyssee über Prag, Zürich, Paris und Oslo gelangten er zum Schriftstellerkongress nach Moskau. Wegen des deutschen Angriffs auf Moskau im Herbst 1941 wurde Plievier zusammen mit anderen Immigranten und Ausländern nach Taschkent evakuiert. Mit Bechers Unterstützung kehrte Plievier im Spätsommer 1943 nach Moskau zurück. Dort trat er im September 1943 in das Nationalkomitee Freies Deutschland als ordentliches Mitglied ein. Seine Aufgabe bestand zunächst darin, mit Rundfunkbeiträgen auf die deutschen Soldaten einzuwirken. Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht übertrugen ihm neue Aufgaben. Er sollte die Feldpostbriefe aus Stalingrad lesen. Diese Beschäftigung verschaffte ihm genaue Kenntnisse über den Untergang der deutschen Armee. Plievier durfte monatelang deutsche Soldaten in Lagern bei Moskau befragen und erhielt Zugang zu sowjetischen Akten. Die Erstfassung von »Stalingrad« erschien 1943/44 in der Zeitschrift »Internationale Literatur« in Fortsetzungen. Es war das erste Buch, das ehrlich über die Einzelheiten des Untergangs der 6. Armee in Stalingrad informierte; es wurde in 14 Sprachen übersetzt und war sein erfolgreichstes Buch. 1945 erschien das Buch auch in Deutschland, beim Aufbau Verlag in Berlin, bei Rowohlt in Hamburg sowie bei El Libro in Mexiko. 1945 kam Plivier in amtlicher Funktion in die Sowjetische Besatzungszone und bezog ein Büro in Weimar. 1946 wurde er in den ersten Nachkriegs-Landtag des Landes Thüringen gewählt. Da Plievier sich mit den sich ändernden politischen Verhältnissen und einem dogmatischen Kommunismus nicht anfreunden konnte, verließ er im Herbst 1947 den sowjetischen Einflußbereich und kehrte danach nicht mehr zurück. Auf zahlreichen Kongressen in Berlin, Frankfurt, Amsterdam und Paris trat er für die Freiheit des Individuums und gegen ein totalitäres Staatsregime ein. 1953 kehrte Plievier Deutschland für immer den Rücken und siedelte sich in Avegno (Tessin) an. [Wikipedia]
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