
Knut Hamsun
Das letzte Kapitel
Übersetzung aus dem Norwegischen
von Erwin Magnus
480 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Mit 1 Abbildung
Format: 13,5 × 20,5 cm
Euro 44,00 [D]
ISBN 978-3-96662-576-0
LIEFERBAR
Einer der stärksten Gesellschaftsromane des 20. Jahrhunderts
Zum Text
»Das letzte Kapitel« verkündet im Titel eine sich anbahnende Katastrophe. In einer stürmischen Nacht kommt es zu einem Brand in einem Sanatoriums mit vielen Opfern. Ausgerechnet der Selbstmörder überlebt die Brandkatastrophe. In einem Reigen dekadenter Existenzen, die von der modernen Zivilisation korrumpiert sind, ragt der Naturbursche hervor: der Bauer Daniel, der mit einer Magd nahe dem Sanatorium gelegenen Bauernhof lebt. Anders als die anderen ist er jung und kräftig, ein gerader Typ ohne die zivilisatorischen Verklemmungen. Der schweizer Literaturkritiker Urs Bitterli urteilt über den Roman: »Es dürfte sich in der europäischen Literatur kaum ein Werk finden, in dem die Abrechnung mit der Gegenwart so gnadenlos betrieben und die Diagnose des kulturellen Untergangs so schonungslos gestellt wird wie im Roman Das letzte Kapitel«. Wir fügen hinzu: Nur Thomas Mann, der Hamsun bewunderte, hat es mit dem »Zauberberg« in ähnlich starker, aber sicherlich auf etwas subtilere Weise geschafft.
Der Text des Neusatzes folgt der Ausgabe von 1928, erschienen im Th. Kaur Verlag, Berlin. Die originale alte deutsche Rechtschreibung wurde beibehalten.
Zum Autor
Knut Hamsun (1859-1952) war einer der bedeutendsten norwegischen Schriftsteller des frühen 20. Jahrhunderts und Hauptvertreter der modernen Literatur vom Übergang der Spätromantik und dem Naturalismus zur Klassischen Moderne. Der Sohn eines Dorfschneiders wuchs bei seinem Onkel auf und erfuhr dort eine bibelnahe, religiöse Bildung. Lebenspraktische Kenntnisse erwarb sich der Autodidakt bei unterschiedlichsten beruflichen Tätigkeiten, auf weiten Wanderungen durch Norwegen und später während längeren Aufenthalten in den Vereinigten Staaten von Amerika. 1890 erschien sein Roman »Hunger«, der ihn als Vertreter der Moderne in Norwegen bekannt machen sollte. 1892 wurde mit »Mysterien« der zweite große Roman des Autors veröffentlicht. Es folgten populäre Romane wie »Pan« und »Victoria«. 1920 erhielt er den Literaturnobelpreis für sein Werk »Segen der Erde«. Hamsuns Ruhm als Schriftsteller wird überschattet von seinem aktiven Eintreten für den Nationalsozialismus. Hamsun war ein großer Bewunderer Deutschlands und ein entschiedener Gegner des britischen Imperialismus und des Kommunismus. Entscheidend für Hamsuns antibritische Einstellung war das britische Vorgehen im Burenkrieg. Schon im Ersten Weltkrieg war er für die deutsche Position öffentlich eingetreten. Deutschland symbolisierte für Hamsun das »junge Europa«. Er blieb ein Freund Deutschlands bis zu seinem Tode. Zu seinen Verehrern gehörten Thomas Mann, Hermann Hesse, Robert Musil, Arthur Schnitzler, Jakob Wassermann, Stefan Zweig, Martin Buber, Arnold Schönberg und Alfred Einstein. Sie alle schrieben Beiträge zu der Festschrift, die zu Hamsuns 70. Geburtstag in Deutschland erschien.
Der Übersetzer
Erwin Magnus (1881-1947) deutscher Schriftsteller, Literaturagent und Übersetzer, war der Sohn des jüdischen Berliner Bankiers Max Magnus und dessen Ehefrau Anna Hedwig Elisabeth, geb. Mühsam. Nach dem Besuch des Gymnasiums begann er eine Bankausbildung, brach diese jedoch ab und wechselte zum Kunstgewerbe. Er leitete die Hamburger Vereinigten Werkstätten für Kunst und Handwerk. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er zur Marine eingezogen. Eine Erkrankung führte jedoch nach kurzer Zeit zu seiner Entlassung. Von 1917 bis 1921 hielt sich Magnus im neutralen Dänemark auf, wo er in der Leitung des Nyt Nordisk Forlag tätig war und neben der dänischen Sprache auch Schwedisch und Norwegisch lernte. 1921 kehrte Erwin Magnus nach Deutschland zurück. Er lebte in Berlin-Friedenau und war journalistisch tätig. Daneben übersetzte er belletristische Werke aus dem Englischen, Dänischen, Norwegischen und Schwedischen. Zugleich vermittelte er als Literaturagent Texte aus diesen Ländern an deutsche Verlage. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung emigrierte Erwin Magnus nach Dänemark und später nach Schweden.
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