Einzeltitel

 

Descartes_Methode

René Descartes
Abhandlung über die Methode
der Philosophie

Discours de la méthode

Ins Deutsche übersetzt
und mit Anmerkungen versehen
von Julius H. von Kirchmann

104 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Mit 1 Abbildung
Euro 26,00 [D]
ISBN 978-3-96662-171-7

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Der Discours des Descartes stellt die bis heute aktuelle Frage nach der Wahrheit in den Wissenschaften

 


Zum Text

1637 publizierte Descartes im holländischen Leiden anonym seinen »Discours de la méthode pour bien conduire sa raison et chercher la vérité dans les sciences, plus la Dioptrique, les Météores et la Géométrie qui sont des essais de cette méthode« (wörtlich: Abhandlung über die Methode, seine Vernunft gut zu gebrauchen und die Wahrheit in den Wissenschaften zu suchen, dazu die Lichtbrechung, die Meteore und die Geometrie als Versuchsanwendungen dieser Methode). Der als populärwissenschaftliches Werk auf hohem Niveau angelegte Discours wurde langfristig Descartes’ wirksamstes Buch. Kernpunkte des Discours sind: 1) eine Erkenntnistheorie, die nur das als richtig akzeptiert, was durch die eigene schrittweise Analyse und logische Reflexion als plausibel verifiziert wird; 2) eine Ethik, gemäß der das Individuum sich im Sinne bewährter gesellschaftlicher Konventionen pflichtbewußt und moralisch zu verhalten hat; 3) eine Metaphysik, die zwar (durch logischen Beweis) die Existenz eines vollkommenen Schöpfer-Gottes annimmt, aber kirchenartigen Institutionen wenig Raum läßt; 4) eine Physik, die die Natur als durch zwar gottgegebene, aber allgemein gültige Gesetze geregelt betrachtet und dem Menschen ihre rationale Erklärung und damit letztlich ihre Beherrschung zur Aufgabe macht.

Der Neusatz des Textes folgt der Ausgabe Berlin 1870. Die Rechtschreibung wurde entsprechend den Regeln der alten deutschen Rechtschreibung teilweise modernisiert.

Zum Autor

Descartes

René Descartes (1596-1650) berühmter französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler, gilt als der Begründer des modernen frühneuzeitlichen Rationalismus, den Spinoza, Malebranche und Leibniz kritisch-konstruktiv weitergeführt haben. Von ihm stammt der berühmte Spruch »cogito ergo sum« (Ich denke, also bin ich), der die Grundlage seiner Metaphysik bildet, aber auch das Selbstbewußtsein als genuin philosophisches Thema eingeführt hat. Seine Auffassung bezüglich der Existenz zweier voneinander verschiedener Substanzen (Geist und Materie) ist heute als cartesianischer Dualismus bekannt und steht im Gegensatz zu den verschiedenen Varianten des Monismus sowie zur dualistischen Naturphilosophie Isaac Newtons, der die Wechselwirkung aktiver immaterieller Kräfte der Natur mit der passiven Materie lehrt. Descartes ist zudem der Begründer der analytischen Geometrie, welche Algebra und Geometrie verbindet. Seine naturwissenschaftlichen Arbeiten sind zwar früh durch die newtonsche Physik widerlegt worden, sie sind jedoch nicht gering zu schätzen, da Descartes einer der wichtigsten und strengsten Vertreter des Mechanizismus war, der die ältere aristotelische Physik abgelöst hat. [Bildquelle: Wikipedia]

Der Übersetzer

Julius H. von Kirchmann (1802-1884), Jurist und Politiker, studierte in Leipzig und Halle Jura. In Halle bekleidete er das Richteramt. 1835 wurde er zum Landgerichtsdirektor in Querfurt befördert und vier Jahre später in gleicher Funktion nach Torgau versetzt. 1846 wurde er zum Ersten Staatsanwalt in Berlin befördert. In der Preußischen Nationalversammlung stand er anfangs der Linken nahe und wechselte später zum linken Zentrum unter Führung des Abgeordneten Johann Karl Rodbertus. Nach dem Ende der Reaktionsära gehörte Kirchmann der Fortschrittspartei an. Diese Partei vertrat Kirchmann von 1862 bis 1870 und von 1873 bis 1876 im Preußischen Abgeordnetenhaus. Parallel dazu war er von 1867 bis 1877 Mitglied des Reichstages. Seit 1846 war Kirchmann Vorsitzender der Philosophischen Gesellschaft zu Berlin. Heute ist Kirchmanns Name vor allem noch mit der Philosophischen Bibliothek verbunden, einer Buchreihe für klassische philosophische Literatur, die er 1868 gründete und für die er einige Werke aus dem Lateinischen übersetzte.

 

 


 

 

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