
Fridtjof Nansen
Durch den Kaukasus zur Wolga
Aus dem Norwegischen übersetzt
von Theodor Geiger
204 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Mit 39 Abbildungen
Format: 13,5 x 21,5 cm
Euro 36,00 [D]
ISBN 978-3-96662-588-3
LIEFERBAR
Die Fortsetzung der Armenien-Reise, auf der Nansen wiederum die unbekannten Völker des Kaukasus und ihre Freiheitskämpfe schildert
Zum Text
Während meiner Bemühungen, die grauenhaften Folgen der schweren Hungersnöte von 1921 und 1922 in Rußland zu mildern, traf ich in Moskau den Präsidenten der Republik Dagestan, Samursky. Auch in Dagestan war die Not groß, und Samursky bat mich inständig, die Zustände mit eigenen Augen kennenzulernen und nach Möglichkeit zu helfen. Ich konnte seinem Ruf damals nicht folgen und schickte nur einen Vorrat notwendiger Heilmittel, doch versprach ich, ihn später einmal bei Gelegenheit zu besuchen. So hatte ich denn jetzt von ihm und seiner Regierung eine herzliche telegraphische Einladung bekommen, über Dagestan nach Hause zu reisen. Ich konnte nicht widerstehen und telegraphierte zurück, daß Quisling und ich über Wladikawkas nach Dagestan kommen würden. [Auszug aus dem Text]
Der Text des Neusatzes folgt der Ausgabe von 1930, erschienen im Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig. Die alte deutsche Rechtschreibung wurde beibehalten.
Der Autor
Fridtjof Nansen (1861-1930), norwegischer Zoologe, Polarforscher und Friedensnobelpreisträger, studierte Zoologie an der Universität von Christiania. Ab 1897 widmete er sich der damals noch jungen Forschungsdisziplin Ozeanographie, unternahm hierzu mehrere Forschungsreisen hauptsächlich in den Nordatlantik und war an der Entwicklung von Gerätschaften für die Meeresforschung beteiligt. Als Polarforscher durchquerte er 1888 als Erster Grönland über das Inlandeis und stellte während seiner Nordpolarexpedition (1893–1896) gemeinsam mit Fredrik Hjalmar Johansen am 8. April 1895 mit einer geographischen Breite von 86° 13,6' N einen neuen Rekord in der bis dahin größten erreichten Annäherung an den geographischen Nordpol auf. Er revolutionierte die Techniken des polaren Reisens und beeinflußte damit alle nachfolgenden Expeditionen in Arktis und Antarktis. Bei den Bestrebungen zur politischen Unabhängigkeit Norwegens nahm Nansen als einer der angesehensten Bürger seines Landes eine Schlüsselfunktion ein. Im Jahr 1905 war er ein vehementer Verfechter für die Beendigung der seit 1814 bestehenden schwedisch-norwegischen Personalunion und half bei der Inthronisation des damaligen Prinzen von Dänemark zum norwegischen König Haakon VII. Zwischen 1906 und 1908 arbeitete Nansen im diplomatischen Dienst in London, wo er an den Verhandlungen zur völkerrechtlichen Anerkennung der Souveränität Norwegens beteiligt war. Im letzten Jahrzehnt seines Lebens diente Nansen als Delegierter und Hochkommissar für Flüchtlingsfragen dem nach dem Ersten Weltkrieg gegründeten Völkerbund. In dieser Zeit initiierte er den nach ihm benannten Nansen-Paß für staatenlose Flüchtlinge. Hierfür und für seine Verdienste um die internationale Flüchtlingshilfe erhielt er 1922 den Friedensnobelpreis. [Quelle Wikipedia]
Der Übersetzer
Theodor Geiger (1891-1952), dänischer Soziologe deutscher Herkunft. Geiger wird zu den Klassikern der Soziologie gezählt. Geiger wuchs in Landshut auf, wo er auch sein Abitur ablegte. Ab 1910 studierte er Rechts- und Staatswissenschaften in München, später in Würzburg. Geiger lehrte ab 1924 an der Technischen Hochschule Braunschweig, 1929 wurde er dort ordentlicher Professor der Soziologie, zu jener Zeit die erste sozialwissenschaftliche Professur dieser Hochschule. Nach der Machtübergabe an Hitler emigrierte Geiger und kam so der staatlich angeordneten Entlassung zuvor. Bis 1943 lebte er in Dänemark und nahm die dänische Staatsbürgerschaft an. Er arbeitete zunächst an der Universität Kopenhagen. Von 1938 bis 1940 lehrte er als Professor an der Universität Aarhus Soziologie. Nach der deutschen Besatzung Dänemarks befand sich Geiger wieder auf der Flucht, ab 1943 lebte er im neutralen Schweden. Nach Kriegsende kehrte Theodor Geiger umgehend nach Aarhus zurück und führte seine Lehrtätigkeit weiter. 1949 war er Mitbegründer der »International Sociological Association« (ISA). Seit 1949 war er korrespondierendes Mitglied der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft.
Inhalt
Vorwort
I. Tiflis
II. Durch den Kaukasus
III. Die Bergvölker an der Heerstraße. Georgische Bergvölker
IV. Über den Rücken des Kaukasus
V. Nach Dagestan
VI. Der Freiheitskampf der Muridenbewegung
VII. Schamyl
VIII. Ausflüge in Dagestan
IX. Über das Kaspische Meer nach Astrachan
X. Die Wolga
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