Einzeltitel

 

Grabmann_Averroismus

Martin Grabmann
Der lateinische Averroismus des 13. Jahrhunderts
und seine Stellung zur christlichen
Weltanschauung

Mitteilungen aus ungedruckten Ethikkommentaren

102 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Mit 1 Abbildung
Euro 28,00 [D]
ISBN 978-3-96662-246-2

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Ein hervorragender Kenner der mittelalterlichen Kultur
und Gedankenwelt

 


Zum Text

Wenn man von religiöser Aufklärung, von einem wirkliche ernsten Gegensatz zu den Grundanschauungen des Christentums in der mittelalterlichen Wissenschaft reden kann und will, dann ist dies eine gewaltige geistige Bewegung, die erst seit der Zeit, da A. Harnack diese Worte niedergeschrieben, Gegenstand fruchtbarer wissenschaftlicher Forschung geworden ist, nämlich der den Naturalismus und Rationalismus der aristotelischen, arabisch-jüdischen Philosophie im weitesten Umfange in sich aufnehmende lateinische Averroismus, wie er hauptsächlich innerhalb der Artistenfakultät der Pariser Universität im 13. Jahrhundert vertreten wurde und trotz kirchlicher Verurteilungen durch das ganze spätere Mittelalter, in Italien bis an die Schwelle der Neuzeit weiterlebte und weiterwirkte. Zum Kreise des lateinischen Averroismus dürfen wir auch solche Philosophen der Artistenfakultät rechnen, welche ohne die averroistischen Hauptlehren (Monopsychismus usw.) zu vertreten, doch unter dem Einfluß der arabischen Philosophie einen philosophischen Aristotelismus vertreten, der alle Fragen auch weltanschaulicher Tragweite lediglich secundum viam philosophorum ohne praktische Rücksichtnahme auf die Lehren des christlichen Glaubens und der Theologie zu lösen versucht. [Textauszug]

Der Text des Neusatzes folgt der Ausgabe »Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften«, Philosophisch-historische Abteilung, Jahrgang 1931, Heft 2, Verlag der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München 1931.

Zum Autor

Grabmann

Martin Grabmann (1875-1949), deutscher Dogmatiker, Theologe, Philosoph und Historiker. Von großer Bedeutung sind seine Forschungen zur mittelalterlichen Philosophie und Theologie. Martin Grabmann studierte 1893-1898 am Eichstätter Bischöflichen Lyzeum Philosophie und Theologie. Er empfing 1898 die Priesterweihe. In Rom am Thomaskolleg der Dominikaner setzte Grabmann seine Studien fort. Er wurde 1901 zum Dr. phil. und 1902 zum Dr. theol. promoviert. Im Herbst 1906 wurde Grabmann außerordentlicher Professor der Dogmatik am Bischöflichen Lyzeum in Eichstätt und 1913 ordentlicher Professor für Christliche Philosophie an der Theologischen Fakultät in Wien. Von 1918 an bis zur Aufhebung der Theologischen Fakultät 1939 lehrte er in München Dogmatik und siedelte im Mai 1943 nach Eichstätt über. Grabmann betrieb umfangreiche Quellenforschung zur Philosophie- und Theologiegeschichte des Mittelalters und verfaßte grundlegende Werke zur Scholastik.

Inhalt

I. Einleitung. Christentumswidrige Lehren des lateinischen Averroismus aufgrund der Verurteilungsdekrete des Pariser Bischofs Stephan Tempier von 1270 und 1277
II. Der lateinische Averroismus in der Kritik seiner theologischen Gegner und nach dem Schrifttum seiner Hauptvertreter Siger von Brabant und Boetius von Dacien
III. Ungedruckte Ethikkommenture der Artistenfakultät als Fundstätte verurteilter Sätze des lateinischen Averroismus
a) Ethikkommentar in Cod. F 13 der Stadtbibliothek zu Erfurt
b) Der Ethikkommentar des Aegidius von Orléans (Cod. lat. 16089 der Bibliothèque nationale zu Paris)
c) Der Ethikkommentar im Cod. 485 der Universitätsbibliothek zu Erlangen
d) Der Ethikkommentar des Antonius von Parma
IV. Der lateinische Averroismus im Kontrast zu Ethikkommentaren namentlich aus Theologenkreisen
V. Weitere handschriftliche Nachweise über die Stellung des lateinischen Averroismus zu Christentum und Kirche. Populärer Averroismus. Weiterleben des lateinischen Averroismus
Nachtrag
Verzeichnis der benützten und angeführten Handschriften
Personenverzeichnis

Zitat

Ich selber habe, ermutigt durch die glückliche Entdeckung umfangreicher Quaestionen des Siger von Brabant zu einem großen Teil des aristotelischen Schrifttums in einer Münchener Handschrift in den letzten Jahren mein besonderes Interesse der Gedankenwelt des lateinischen Averroismus im Zusammenhang mit meinen Forschungen über Aristotelesübersetzungen und Aristotelesüberlieferung zugewendet. Die Ergebnisse dieser Forschungen, welche in literarhistorischer Hinsicht neue Namen von Averroisten und neue Materialien erschließen, liegen im ideengeschichtlichen Betracht zwar zunächst auf dem Gebiete der Geschichte der Philosophie des Mittelalters, berühren aber auch, da es sich in letzter Linie um Weltanschauungskämpfe handelt, das mittelalterliche Geistesleben überhaupt. [M. Grabmann]

 

 


 

 

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