Einzeltitel

 

Eichendorff_Taugenicht

Joseph von Eichendorff
Aus dem Leben eines Taugenichts

Mit Illustrationen von Edmund Brüning,
Philipp Grotjohann, Edmund Kanoldt
und Richard E. Kepler

148 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Mit 55 Abbildungen und Schmuck-Vignetten
Format 13,5 x 20,5 cm
Euro 32,00 [D]
ISBN 978-3-96662-616-3

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Die wohl berühmteste Novelle des deutschen Romantikers

 


Zum Text

Ein Müller schickt seinen Sohn, den er einen Taugenichts schimpft, weil dieser ihn die ganze Arbeit allein machen läßt, hinaus in die weite Welt. Fröhlich nimmt der Sohn seine Geige und verläßt sein Dorf, ohne ein klares Ziel vor Augen zu haben. Schon bald hält neben ihm eine Kutsche, in der zwei Damen sitzen, die Gefallen an seiner Musik finden. Sie nehmen ihn mit auf ihr Schloß, nahe Wien, wo er sofort als Gärtnerbursche eingestellt wird. Bald verliebt er sich in die jüngere der beiden Damen. Als er jedoch eines Tages seine »allerschönste Frau« mit einem Offizier auf einem Balkon sieht und sie für ihn nun unerreichbar scheint, packt er seine Sachen und verläßt das Schloß und wandert nun gen Italien. Eichendorff lockert die epische Form der Novelle durch lyrische Elemente auf, indem er einige seiner Gedichte als Lieder in den Text einbaut. Außerdem trägt die Novelle teilweise Züge eines Märchens, was sowohl durch die einfache und naive Sprache des Taugenichts als auch durch die glücklichen Fügungen, die das Schicksal des Taugenichts bestimmen, und die romantischen Landschaften mit ihren Schlössern, Gärten und Wäldern zum Ausdruck kommt. Das Werk gilt als Höhepunkt der deutschen Spätromantik.

Eichendorff_Taugenichts_026 Eichendorff_Taugenichts_096

Der Text des Neusatzes folgt der Auflage von 1826 in einer orthographisch revidierten Fassung von 1955.

Der Autor

Eichendorff

Joseph von Eichendorff (1788-1857) war ein bedeutender Lyriker und Schriftsteller der deutschen Romantik. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Breslau studierte Eichendorff con 1805 bis 1806 in Halle Jura. 1807 Fortsetzung des Studiums in Heidelberg. 1808 unternahm er mit Bildungsreise über Straßburg nach Paris. Danach Reise nach Wien. 1809 fuhr Eichendorff mit seinem Bruder nach Berlin, wo er Fichte hörte und mit den Schriftstellern Arnim, Brentano und Kleist zusammentraf. 1812 schloßer sein Studium in Wien ab. Von 1813 bis 1815 nahm Eichendorff an den Befreiungskriegen gegen Napoleon teil. Nachdem sich Eichendorff 1816 als Referendar in Breslau in den preußischen Staatsdienst begeben hatte, wurde er 1821 zum katholischen Kirchen- und Schulrat zu Danzig, 1824 zum Oberpräsidialrat zu Königsberg ernannt. 1841 wurde Eichendorff zum Geheimen Regierungsrat ernannt. Nach einer schweren Lungenentzündung 1843 ging er 1844 in den Ruhestand. Eichendorff wird zu den bedeutendsten und noch heute bewunderten deutschen Schriftstellern gezählt. Zahlreiche seiner Gedichte wurden vertont und vielfach gesungen. Seine Novelle Aus dem Leben eines Taugenichts gilt als Höhepunkt und zugleich Ausklang der Romantik.

Die Illustratoren

Edmund Brüning (1865-unbekannt), deutscher Maler und Illustrator, studierte in den Jahren 1883 bis 1891 an der Kunstakademie Düsseldorf. Dort waren Hugo Crola, Heinrich Lauenstein und vor allem Peter Janssen der Ältere seine Lehrer. Sie bildeten ihn zu einem Historienmaler aus. In seinem späteren Berufsleben, das er in Berlin verbrachte, war er Porträt- und Genremaler. Außerdem illustrierte er literarische Werke der Klassik und des 19. Jahrhunderts.

Philipp Grotjohann (1841-1892), Zeichner und Illustrator, lernte Schlosser. 1861 nahm er ein Studium am Polytechnikum Hannover auf. Dort näherte er sich der Kunst und ging durch Vermittlung von Peter von Cornelius an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er von 1862 bis 1867 studierte. Außer einem kurzen Aufenthalt in Antwerpen verbrachte Grotjohann die nächsten Jahre in Düsseldorf. Nach Karl Ferdinand Sohns Tod (1867) wählte er Carl Johann Lasch zu seinem Lehrer. Er beteiligte sich an der Illustration der Ausgaben von Goethe, Schiller und Lessing der Grote’schen Buchhandlung Berlin. Mit Edmund Kanoldt schuf er Illustrationen für die erste bebilderte Ausgabe von Eichendorffs Aus dem Leben eines Taugenichts.

Edmund Kanoldt (1845-1904), deutscher Maler, war viereinhalb Jahre lang Schüler Friedrich Prellers in Weimar und ging 1869 nach Rom, wo er sich unter Drebers Einfluß der stilisierten heroischen Landschaft widmete. Auf den Spuren seines Lehrers besuchte er Olevano Romano. Er blieb dort bis 1872, kehrte aber 1874 nach Italien zurück, um Zeichnungen für das Engelhornsche Prachtwerk über Italien anzufertigen. Später nahm er seinen Wohnsitz in Karlsruhe, wo er sich koloristisch weiterbildete. Seine Werke zeichnen sich durch stimmungsvolles, poetisch komponiertes und durch reiches Kolorit aus. Er war großherzoglich sächsischer Professor.

Richard Ernst Kepler (1851-1930), deutscher Maler und Illustrator, besuchte das Polytechnikum und die Kunstakademie in Stuttgart bei Bernhard von Neher, Heinrich von Rustige und Carl von Häberlin. Später setzte er seine Studien in München und Wien fort. Kepler war ein fruchtbarer Illustrator von Kinder- und Jugendliteratur sowie von Anthologien, Märchen und Sagen. Er war vor allem für Stuttgarter und süddeutsche Verlagsfirmen tätig.

 

 


 

 

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